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| Allergiefreier Zahnersatz |
Sowohl bei der Verwendung von Metall-Legierungen als auch Kunststoffen für Zahnersatz spielt die Verträglichkeit aus allergologischer Sicht eine wichtige Rolle. Generell lässt sich die Problematik unterteilen in die Fragen: Wie werden Zahnersatzmaterialien von einem Patienten vertragen, der bereits eine Sensibilisierung gegen diese Substanzen bzw. deren Inhaltsstoffen hat? Sind die heute auf dem Markt befindlichen Materialien in der Lage, ihrerseits einen nichtsensibilisierten Patienten zu sensibilisieren? |
| Ganz gleich, ob Allergien, Kopfweh, Rückenschmerzen oder Konzentrationsschwäche – zahlreiche Studien belegen, dass sich Unverträglichkeiten beim Zahnersatz in den verschiedensten Symptomen äußern können. Die Suche nach der Ursache ist meist sehr schwierig, langwierig und kann die Lebensqualität Ihrer Patienten erheblich beeinträchtigen.
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| Eine deutliche Zunahme allergischer Erkrankungen auf Metalle bzw. Metall-Legierungen lässt sich in allen Allergieabteilungen der Bundesrepublik, aber auch darüber hinaus feststellen. Während Sensibilisierungen gegen Edelmetalle nach wie vor zu extremen Seltenheiten gehören, findet eine Sensibilisierung gegen Nichtedelmetalle in zunehmendem Maße durch Einwirkung aus dem privaten oder beruflichen Bereich statt. Während die Nickelsensibilisierung vorzugsweise durch privaten Umgang mit nickelhaltigem Modeschmuck usw. eintritt, wird eine Chromallergie häufig durch den beruflichen Umgang mit Metallen oder mit Substanzen verursacht, in denen z. B. Kaliumchromat als Spurenstoff enthalten ist (in vielen deutschen Zementsorten, so dass die Häufigkeit der Chromallergie bei denen in der Bauindustrie Tätigen am höchsten ist). Hieraus ergibt sich die Frage, ob derartig sensibilisierte Patienten auf die Verwendung von Nichtedelmetallen, in denen Chrom, Nickel und Kobalt enthalten sind, auch im Mundbereich allergisch reagieren können. |
| Entsprechend durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass die heute auf dem Markt befindlichen Legierungen, wenn sie diese Einzelelemente enthalten, durchaus in der Lage sind, bei Epikutan-Tests ohne Zuhilfenahme von irgendwelchen Vehikeln allergische Reaktionen im Sinne eines Kontaktekzems auslösen. Das heißt aber mit anderen Worten, dass aus den Legierungen tatsächlich Ionen herausgelöst werden, die dann als der eigentliche Auslöser eines Kontaktekzems anzusehen sind. Es handelt sich hierbei um eine Sensibilisierung vom Spättyp, die eigentlich nur dann auftritt, wenn ein intensiver langandauernder Kontakt gegeben ist. Dieser ist aber keineswegs immer bei der Verwendung von Nichtedelmetall-Legierungen im Munde gegeben. Insbesondere nicht dann, wenn beispielsweise durch Einwirkung von Speichel oder Nahrung dauernd eine Verdünnung erreicht und der Kontakt mit der Schleimhaut laufend unterbrochen wird. |
| Auf diese Weise dürfte sich in hohem Maße die Diskrepanz erklären, die immer wieder zur Diskussion steht, dass bei allergologischen Untersuchungen zwar eine Sensibilisierung festgestellt werden kann, ein entsprechendes klinisches Korrelat im Munde aber nicht ohne weiteres nachweisbar ist. Häufig klagen in solchen Fällen Patienten über subjektive Beschwerden, die objektiv schwer erfassbar sind. Es muss aber betont werden, dass die heutigen Nichtedelmetall-Legierungen, die Chrom, Nickel oder Kobalt enthalten, so korrosionsfest und gewebeverträglich sind, dass sie nur bei Patienten bedenklich erscheinen, die schon gegen einen dieser Stoffe allergisch sind. Primär allergieauslösend sind sie extrem selten. |


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